Donnerstag, 9. Juni 2011

Achtungserfolg für Österreich beim 1:2 gegen Deutschland



Man muss sich diese unsäglich langen Qualifikationsrunden für die Europameisterschaft nicht antun. Sie sind im Wesentlichen den Geschäftsinteressen der Fußballverbände, den Interessen der „kleinen“ Verbände und denen der interessierten Wirtschaft und der Medien geschuldet.

Ich habe in diesem Fall meine prognostischen Fähigkeiten in Anspruch genommen. Klares Ergebnis: Es lohnt sich nicht das Spiel anzusehen.

Im nachhinein hat sich die Vorabanalyse deutlich bestätigt:

Österreich wird im Wiener Ernst-Happel-Stadion vor eigener Kulisse engagiert, mit großem Laufeinsatz und kampfstark antreten. Es ging schließlich gegen den besonderen Gegner Deutschland, die letzte kleine Chance auf die Qualifikation, gegen eine ausgedünnte deutsche Mannschaft am Ende einer auch durch die WM schweren Saison.

Für die Deutschen ging es um weit weniger. Sie hätten auch mit einem Unentschieden leben können. Sie kommen mit der Atmosphäre in österreichischen Stadien schlecht zurecht, siehe das Beispiel letzte Europameisterschaft. Sie wollen sich gegen einen auch nicht wirklich als ebenbürtig anerkannten Gegner, der das Spiel aggressiv über Kampf gewinnen will, nicht auch noch am Ende der Saison verletzen. Die Deutschen wollten sich auf ihre überragenden Spieler verlassen, die kleinste Fehler der Gegner ausnutzen können, und sei es bei Standards.

Bilanz:

Ein großes Kompliment an die Österreicher für diesen Einsatz, diese Laufbereitschaft, diesen Kampfeswillen, auch durchaus für ihre spielerischen Qualitäten und die taktische Einstellung. Schließlich fehlte es an den ein, zwei überragenden Spielern(Stürmern) der europäischen Spitzenklasse, die solche Spiele auch für die vermeintlich schwächere Mannschaft gewinnbar machen würden. Aber wenn man die hätte, stünde man wiederum nicht auf Platz 74 der Länderrangliste.

Dass die Deutschen schwer unter Druck standen, zeigt das Eigentor und auch der Spielstand von 1:1 bis zur 90.Minute.

In einem ausführlichen Artikel der Kronen-Zeitung-online wurde auffälligerweise gar nicht erwähnt, dass das Tor für Österreich eben ein deutsches Eigentor war. Der Standard hat das natürlich ganz klar ausgesprochen. Ich kann nachempfinden, wie schmerzlich diese Einsicht für viele österreichische Fußballfans sein musste: Die österreichische Mannschaft konnte auch unter an sich günstigen Bedingungen kein Tor schießen!

Man macht sich ja gern unter Fußballfans über die jeweils andere Seite lustig, aber den deutschen Fans sei einfach ein Perspektivenwechsel unter europäischen Partnern empfohlen:

Was würdet ihr empfinden, wenn eure Mannschaft gegen die Auswahl einer der finanzstärksten und im Moment auch wohl spielerisch stärksten Ligen Europas antreten müsste, die im Vergleich zu Österreich auch noch über den weitaus größeren Vereins- Unterbau verfügt?