Donnerstag, 17. November 2011

CDU Bundesparteitag Leipzig 13.-15.11.2011-Debatte über Lohnuntergrenze


Der CDU-Vorstand hatte am Vorabend des Parteitags einen Kompromissvorschlag beschlossen, der nicht leicht verständlich und in der Tat interpretationsbedürftig war. Jede der konkurrierenden Parteigruppen hatte Formulierungen in dem Antrag untergebracht, die ihrer jeweiligen Position entsprachen.

Karl-Josef Laumann, CDU-Fraktionsvorsitzender NRW, lief auf dem Parteitag nach dem Bericht des Bundesgeschäftsführers zu großer Form auf: Er interpretierte den Antrag ganz am Anfang der Debatte offensiv im Sinne der CDU-Sozialausschüsse als großen Erfolg seiner Linie. Er gewann in seiner Rede Glaubwürdigkeit als CDU-Arbeitnehmervertreter, indem er seine frühe Familien-und Lebensgeschichte bemühte, er sei schon als Lehrling in die CDU eingetreten u.a.. Ähnlich gekonnt praktizierte dies übrigens auch Franz Müntefering auf SPD-Bundesparteitagen.

Laumann erhielt großen Beifall für seinen Beitrag, auch die Kanzlerin applaudierte. Viele Redner beriefen sich auf ihn. Er drückte die Vertreter der konservativen Linie wie Volker Bouffier fast schon ins Abseits,die mit ihrer Interpretation des Antrags, obwohl ebenfalls gut vorgetragen, keine vergleichbare Resonanz mehr fanden.