Einen Tag vor Weihnachten(!) wurde in einer Presseerklärung der Geschäftsführung des ORF ein Personal-Tableau präsentiert, dass den Widerstand großer Teile der ORF-Mitarbeiter auslöste. Ein Widerstand, der nach Art, Stärke und Wirkung bemerkenswert war. Die Ablehnungsfront richtete sich gegen den Parteieneinfluss auf den ORF.
Die Vorschläge wurden zurückgenommen oder ausgesetzt.
Der erst 25-jährige SPÖ-Stiftungsrat , der Stiftungsrat ist das Aufsichtsgremium des ORF, Niko Pelinka sollte Büroleiter bei Alexander Wrabetz, Generaldirektor des ORF, werden, der Zentralbetriebsrat Robert Ziegler die Koordination der Bundesländer übernehmen und Thomas Prantner als Vizedirektor der technischen Direktion bestellt werden.
Die ORF-Mitarbeiter vermuteten die Einlösung eines Personalpaketes, das im Zusammenhang mit der Wiederbestellung von Alexander Wrabetz im Sommer 2011 ausgehandelt worden sei.
Höhepunkt der Aktionen insbesondere der Moderatoren und Redakteure der Abteilung „Aktuelle Information“ war ein privat produziertes Video, das sie bei You Tube eingestellt hatten. Beeindruckend viele und namhafte Journalisten nahmen in diesem Video gegen die Pläne Stellung, darunter auch Aushängeschilder des Senders wie Armin Wolf und Marie-Claire Zimmermann.
Der Name Pelinka ist bei Politikwissenschaftlern und Journalisten in Deutschland und Österreich nicht unbekannt. Anton Pelinka ist Professor der Politikwissenschaft, lange in Innsbruck, dann in Budapest, und Kommentator im ORF, sein Bruder Peter Pelinka ist Journalist.
Soweit erkennbar war der Protest für die Unabhängigkeit des ORF jedenfalls bisher wirkungsvoller als die Kritik an der Ablösung des ZDF Chefredakteurs Klaus Brender durch eine CDU-orientierte Mehrheit im ZDF-Verwaltungsrat.
Die Kritik an der Personal-"Packelei“ führte auch zu einer Diskussion über die Besetzung des Stiftungsrats und über den Wechsel von Stiftungsräten in Arbeitsverhältnisse beim ORF.