Die CSU-Regie hat den „Einzug der Matadore“, so auch angekündigt bei Phönix, vermasselt.
Es war kein schwungvoller Einmarsch, sondern ein langdauerndes Gedränge, in dem Seehofer und Stoiber kaum zu sehen waren, die Sicherheitsleute und ein vorangehender Kameramann verstopften noch zusätzlich den Weg.
Da hat Gerhard Schröder schon anderes auf die Beine gestellt.
Nach dem Einstieg des Bezirksvorsitzenden von Niederbayern, der mit einem komfortablen Europa-Mandat ausgestattet ist, und sich als begeisterter Pro-Europäer präsentiert, wird es nicht einfach sein, den strategischen Spagat aufrechtzuerhalten, den die CSU in der Vergangenheit partiell erfolgreich vollbracht hat: Die EU-und Euroskeptiker einzubinden und trotzdem allen Regierungsmaßnahmen zur Euro-und Bankenrettung locker zuzustimmen. Ob das angesichts der politisch gefährlichen Euro-Rettungspolitik so trägt, darf bezweifelt werden.
Ob nun heute gerade Edmund Stoiber, nach Seehofer der "Mister Aschermittwoch der CSU", der richtige Redner ist, der als Bürokratieabbaubeauftragter der EU eingebunden ist, muss abgewartet werden. Auch Horst Seehofer soll ja angeblich durch seine Übernahme der Staatsoberhauptsfunktion eher zu staatsmännischer Beschränkung neigen.
Man darf gespannt sein.