Vor kurzem habe ich auf meinen Webblogs die stereotype Formel der „Euro-Rettungs-Freunde“ in Politik und Medien in Zweifel gezogen, Deutschland profitiere am meisten vom Euro, und erwartungsfroh verlangt, den begeisterten „Rettern“ dafür stichhaltige Begründungen abzufordern.
Nun hat sich der Spiegel in seiner letzten Ausgabe Nr.6/2012 schon einmal mit einer Frage beschäftigt, die so weit weniger gestellt wird: “Profitiert Deutschland wirklich von der Euro-Krise?“
Aber immerhin werden in diesem Artikel trotz der etwas merkwürdigen Überschrift die beträchtlichen Risiken der Euro-Rettungsmaßnahmen annäherungsweise konkretisiert. Das ist verdienstvoll, aber auch nötig, da die Feinde der Transparenz bereits so manche Vernebelungsaktion geliefert haben.
Leider fehlt der an sich sehr hübsche und angebrachte, eher ergänzende, Hinweis auf die 10 Milliarden Euro, die Deutschland jährlich Netto in den EU-Haushalt bezahlt. Dieser Hinweis sollte eigentlich angesichts der vollmundigen Solidaritätsappelle einiger europäischer Freunde in keinem Artikel zu EU, Euro, Euro-Rettung und Griechenland-Krise fehlen. Ergänzen könnte man die Netto-Zahlungen, die jedes Jahr wieder an die Länder der Südschiene, einschließlich des leider wohl doch reformunfähigen Griechenland, gegangen sind.
Die Bürger sollen sich doch ihr Urteil über die EU- und Euro-Rettungspolitik aufgrund solider Informationen bilden, oder lieber doch nicht?
Webblog Klartext v. 30. Januar 2012: „Deutschland profitiert am meisten von der EU und dem Euro“.